Märchenpott

Folge 129: Von Biedermeier, Struwwelpeter und zwei Schwestern

Szene aus dem Struwwwelpeter: Der Schneider schnediet dem Daumenlutscher die Daumen ab

Ursprünglich gar nicht für Kinder gedacht wird bis heute darüber diskutiert, wie pädagogisch wertvoll Märchen eigentlich sind. Wir schauen es uns an und beleuchten in Märchenpott Folge 129 die Pädagogik im Märchen.

Märchenpott Folge 129: Pädagogik im Märchen

Es war einmal… zwei Brüder, die die Idee verfolgten, altes Volksgut zu bewahren. Dazu wollten sie durchs Land ziehen und sich diese Geschichten direkt von den Menschen selbst erzählen lassen. Heute wissen: Dieser Plan der Brüder Grimm hat nicht funktioniert. Und auch sonst sah es erstmal gar nicht danach aus, dass die Kinder- und Hausmärchen ein weltweiter Erfolg werden würden. Ganz im Gegenteil: Die erste Ausgabe des Grimmschen Märchenbuchs war sogar ein ziemlicher Flop.

Die Brüder machten sich an die Überarbeitung und passten die Märchen dem Zeitgeist an. Das bedeutete: Sie schnitten die Geschichten auf ein kindlichen Publikum zu und stellten die pädagogische Aussage der Märchen besonders heraus. Und damit trafen sie einen Nerv, denn zur Zeit des Biedermeier entwickelte sich eine Kinder- und Jugendliteratur, die Kinder bilden und erziehen sollte. Obwohl Märchen ursprünglich nicht für Kinder gedacht waren, vollzieht sich hier also die Verknüpfung zwischen Märchen, Kindheit und Erziehung.

Welchen Wert haben Märchen heute noch?

Bis heute haben Märchen einen Platz in vielen Kinderzimmern, allerdings nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Denn Märchen sind umstritten, vor allem wegen veralteter Geschlechterrollen und ihrer Grausamkeit. Aber haben Märchen deswegen wirklich keinen bildenden Wert mehr? Und ist die Pädagogik, die Märchen wirklich so schwarz, wie oft dargestellt?

Diesen Fragen gehen wir in der heutigen Folge nach. Dazu schauen wir uns den zeitgeschichtlichen Kontext genauer an und tauchen ein in die Zeit des Biedermeier, der auch für unser heutiges Verständnis von Kindheit von Bedeutung ist. Außerdem analysieren und interpretieren wir das wohl pädagogischste und zugleich biedermeiserlichste Märchen in der Sammlung der Grimms: „Schneeweißchen und Rosenrot.“ Zum Vergleich zu der im Märchen dargestellten Tugendhaftigkeit und Harmonie ziehen wir das Paradewerk der Schwarzen Pädagogik heran: „Der Struwwelpeter“. Und wir zeigen, wie Märchen in der NS-Zeit missbraucht werden, um Kindern die nationalsozialistische Ideologie einzuimpfen.

Themen der Folge auf einen Blick

  • Märchen: Ein Beispiel für Schwarze Pädagogik?
  • Zeitgeschichtlicher Kontext: Welche Pädagogik vertrat der Biedermeier?
  • Ein Beispiel für Päadagogik im Märchen: Schneeweißchen und Rosenrot
  • Pädagogik im Märchen: ein wissenschaftlicher Überblick
  • Missbrauch von Märchen in der NS-Zeit
  • Märchen und Erziheung heute: Welchen Bildungswert haben sie noch?

Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören! Apropos hören:

Ihr findet den Märchenpott auf:

Und da wir noch ganz viele Ideen haben, freuen wir uns über jeden Zuhörer und jede Zuhörerin, den oder die wir mit unserer Begeisterung für Märchen ein klein wenig anstecken können. Hört und abonniert uns, folgt uns auf Instagram und Tiktok und lasst uns im besten Fall eine positive Bewertung da. Wir freuen uns über euer Feedback! ♥

Märchenpott-Folge 129 „Von Biedermeier, Struwwelpeter und zwei Schwestern“ könnt ihr euch außerdem hier anhören: