Hintergründe

Horror-Genres: Wenn Märchen Horrorfilme wären…

Horror-Genres alter Fernseher

Märchen werden meistens nur als Kinderfilme adaptiert, dabei haben sie echtes Horrorfilmpotenzial. Wir haben uns mal die wichtigsten Horror-Genres angesehen und uns überlegt, welche Märchen dazu passen würden.

Home Invasion, Haunted House, Splatter-Filme – Horrorfilm ist nicht gleich Horrorfilm. Mal kommt der Horror subtil mit knarrenden Türen und unheimlichen Schatten, mal brachial mit Axt und Blutfontänen. Mal sind die Hauptdarsteller Zombies, Vampire oder andere blutrünstige Kreaturen, mal sind die Menschen selbst die schlimmsten Monster. Das Horror-Genre ist so vielfältig, dass es zahlreiche Subgenres gibt, in die sich Horrorfilme kategorisieren lassen. Eine klare Einteilung ist jedoch nicht immer möglich, da sich viele Kategorien überlappen und ein Film auch Merkmale verschiedener Subgenres aufweisen kann.

Wir geben euch hier nicht nur einen Überblick über die wichtigsten Horror-Genres. Wir zeigen euch auch, für wen welche Kategorie geeignet ist und welches Märchen perfekt zu welchem Genre passt.

Der Reiz des Gruselns

Aber zuerst ein kleiner Blick in die Historie: Die Geschichte des Horrorfilms ist fast so alt wie die Filmkunst selbst. Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ fand bereits im Jahr 1910 seinen Weg auf die Stummfilmleinwand, 1922 lehrte erstmals „Nosferatu“ den Zuschauern das Fürchten. Doch worin liegt eigentlich der Reiz des Gruselns?

Die Psychologie spricht hier von der so genannten Angstlust, also dem Spaß an der Angst. Genau wie bei befriedigenden Erfahrungen wie Essen oder Sex schüttet unser Gehirn auch in Gefahrensituationen den Botenstoff Dopamin aus. Dieser hat eine euphorisierende Wirkung – allerdings mit unterschiedlich starker Wirkung. Denn Horrorfilme sind nicht jedermanns Sache. Ob ihr Horrorfilme mögt, hängt von eurer Persönlichkeit und euren Erfahrungen ab.

Und warum jetzt Märchen und Horror?

Falls ihr euch jetzt fragt: Was hat das alles mit Märchen zu tun? Auch wenn Märchen ebenfalls nicht gleich Märchen ist und es verschiedene Arten dieser Textsorte gibt, werden sie natürlich nicht in Horrorfilmkategorien eingeteilt. Dennoch gibt es einige Schnittmengen zwischen Märchen und Horror. 

Zum einen sind Märchen keineswegs für Kinder verfasst worden. Zum anderen spielen Grausamkeit und Brutalität in Märchen eine wichtige Rolle – auch wenn sie eine gänzlich andere Funktion erfüllen als im Horrorfilm. Gerade bei der Adaption dieser literarischen Textform in das visuelle Medium Film drängt sich das Horror-Genre eigentlich auf. The Ugly Stepsister hat dieses Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie gut Märchenhorror funktioniert, ohne die literarische Vorlage komplett zu verfälschen. Und er hat gezeigt, wie viel Potenzial in Märchenverfilmungen steckt. Da aber noch immer die irrtümliche Idee vorherrscht, Märchen eigneten sich hauptsächlich für Kinderfilme, haben wir mal das Gedankenexperiment gemacht, welche Märchen wir für welches Horror-Subgenre verfilmen würden. Wenn das wirklich mal jemand machen würde, könnte das richtig cool werden.

Splatterfilme – hier spritzt das Blut

Wer an Horrorfilme denkt, denkt zuerst an sie: die Splatterfilme. Das englische Verb „to splatter“ bedeutet „spritzen“ – und der Name ist Programm. Hier spritzen das Blut und häufig auch die Eingeweide. In Splatterfilmen geht es um den physischen Horror, bei dem die Darstellung von Gewalt und Blut im Vordergrund steht. Der Splatterboom begann in den 70er Jahren; manche Filme sind in Deutschland wegen ihrer expliziten Gewaltdarstellung bis heute verboten.

Ein Subgenre des Splatters sind die Slasherfilme. Darin geht es eigentlich immer um eine Gruppe (meist ziemlich dämlicher) Teenager, die von einem Serienkiller gejagt werden. Prominente Vertreter wie Michael Myers („Halloween“, siehe Trailer), Freddy Kruger („Nightmare on Elm Street“) oder Jason Vorhees („Freitag, der 13.“) haben sich zu erfolgreichen Franchise-Reihen mit unzähligen Fortsetzungen und Remakes entwickelt und prägen das typische Horrorfilmimage.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Wer es auf Ekelfaktor und Schockmomente abgesehen hat, liegt mit dieser Horrorfilmkategorie genau richtig. Die Aneinanderreihung sämtlicher Horrorfilmklischees macht die Filme zusätzlich unterhaltsam.

Welches Märchen könnte passen?

Da haben wir gleich mehrere Märchen im Angebot. Unser absoluter Favorit ist das Grimm-Märchen Fitchers Vogel, in dem wir es mit einem Serienmörder zu tun haben, der seine Bräute umbringt, sie zerhackt und ihre Überreste in ein Becke voller Blut wirft. Mordinstrument ist das Hackebeil, der Gore-Faktor also entsprechend hoch. Auch Der Räuberbräutigam, in dem eine Gruppe Räuber die Protagonistin kochen wollen, hat Splatter-Potenzial.

Und für die Exploitation-Fraktion wird man ebenfalls bei den Grimms fertig: Wie Kinder Schlachtens miteinander gespielt haben ist das Märchen, das wohl als unverfilmbar gelten darf, weil es mit dem großen Tabu bricht: Kinder. 

Nichts für schwache Nerven: Rape and Revenge

Hier geht es um zwei Dinge: Vergewaltigung und Rache. Die Handlung, wie etwa in „I spit on your grave“ aus dem Jahr 2010 (das ein Remake von „Ich spuck auf dein Grab“ aus dem Jahr 1978 ist), verläuft stets nach dem gleichen Schema: Eine Frau wird vergewaltigt und/oder gefoltert, die Täter lassen sie liegen und halten sie für tot. Natürlich ist sie das aber nicht, sondern startet einen Rachefeldzug gegen ihre Peiniger, wird also vom Opfer zur Täterin. Dabei greift sie meist auf möglichst brutale Methoden zurück. Wegen der expliziten Gewaltdarstellung, meist an Frauen, sind Rape-and-Revenge-Filme nicht unumstritten. Die Macher betonen, mit diesen Filmen auch Fragen nach Moral und Selbstjustiz aufwerfen zu wollen. 

  • Wer sollte sich das reinziehen? Dieses Subgenre ist nichts für Zartbesaitete. Meist sind die Vergewaltigungsszenen noch schwerer auszuhalten als das Töten selbst.

Welches Märchen könnte passen? 

Zugegeben: Man müsste es etwas umschreiben, denn auf Rachefeldzug geht Dornröschen eigentlich nicht. In der französischen Fassung von Charles Perrault La Belle au Bois dormant schwängert der Prinz sie aber im Schlaf und bringt, ebenfalls im Schlaf, Zwillinge zur Welt. Sie erwacht dann auch nicht durch einen Kuss, sondern dadurch, dass eines der Kinder an ihrem Finger saugt. 

Und damit fängt Perraults Dornröschen erst an. Denn abgesehen davon, dass der Prinz hier ein Vergewaltiger ist, ist seine Mutter eine von Neid zerfressene Kannibalin. Könnte man was draus machen, oder?

Die Hardcore-Kategorie: Torture Porn

Im Folter-Porno werden Zuschauer*innen zu Voyeur*innen und Zeuge von Folter, heftigen Gewaltdarstellungen, Erniedrigungen und Verstümmelungen. Diese sind reiner Selbstzweck. Torture-Porn-Filme vermarkten sich über das Ausmaß an Brutalität und überbieten sich an immer neuen Grausamkeiten und Perversionen. Das Paradebeispiel für dieses Subgenre ist die „Hostel“-Reihe. Insbesondere der erste Teil rief wegen seiner gewollt schockierenden Wirklichkeitsnähe ein großes mediales Echo hervor.

  •  Wer sollte sich das reinziehen? Nur die absolut Unerschütterlichen.

Welches Märchen könnte passen? 

Wie wir in unserer Podcastfolge “FSK 18” zum Thema Grausamkeit im Märchen festgestellt haben: Märchen sparen nicht an Grausamkeit. Und einige Märchen sind richtig brutal. Ein wichtiger Punkt dabei: Sie verzichten auf explizite Beschreibungen und Gewaltdarstellungen. Die zum Teil recht grausamen Todesursachen werden niemals ausführlich beschrieben, es gibt keine Details oder sinnlichen Eindrücke. 

Würde man das ein oder andere Märchen aber ins Filmgenre transportieren und wollte wirklich zeigen, was da so passiert, käme ein Gore-Feuerwerk dabei heraus. Ein Kandidat wäre hier ganz klar Von dem Wacholderbaum. Das Märchen der Brüder Grimm ist zweifelsohne eines der grausamsten Märchen überhaupt. Die Geschichte von der Mutter, die ihrem Stiefsohn mit dem Deckel einer Holztruhe den Kopf abschlägt, seine Leiche vors Haus setzt, ihrer Tochter glauben macht, sie habe ihren Bruder enthauptet und ihn dann noch zu Suppe verarbeitet und dem Vater zum Abendessen serviert, hat es 

Der Körper als Feind: Body Horror

Body Horror ist ein Subgenre des Horror, in dem es um Veränderungen, Mutationen, Deformationen und den Verfall des menschlichen Körpers geht.

Bekannte Body Horrorfilme sind zum Beispiel “Die Fliege”, “Hellraiser” oder, wer es ganz eklig mag, “The Human Centipede”. Aber auch in der Literatur begegnet uns Body Horror, denken wir an Mary Shelleys “Frankenstein” oder Kafkas “Die Verwandlung”. Dieses Horror-Genre zielt darauf ab, Ekel, Angst oder Unbehagen hervorzurufen, indem es die körperliche Integrität infrage stellt oder auflöst. Oft gehen damit eine gesellschaftskritische Komponente sowie die Auseinandersetzung mit menschlichen Urängsten einher.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Body Horror eignet sich für alle, die drastische Ekelszenen nicht scheuen und gleichzeitg auch etwas zum Nachdenken suchen.

Welches Märchen könnte passen? 

Das perfekte Märchen für diese Kategorie liefert Giambattista Basile mit Die entdeckte Alte. Das Märchen hält dem Schönheitswahn der barocken Gesellschaft gnadenlos den Spiegel vor und ist dabei erschreckend aktuell. Die Schönheitsmethoden, zu denen die Protagonistin greift, sind nicht gerade appetitlich und ihre Selbstverleugnung führt so weit, dass sie sich sogar die Haut vom Körper ziehen lässt. 

Paranormale Phänomene: Okkult-Horror

Okkult-Streifen beschwören Geister, Hexen, Dämonen und andere übernatürliche Kräfte herauf. Sie spielen mit klassischen Grusel-Elementen und der Angst vor dem Paranormalen. Meist sind sie weniger blutig und leben vor allem von ihrer gruseligen Atmosphäre. Am Ende geht es mit fliegenden Menschen, umherwirbelnden Gegenständen und Exorzismus richtig zur Sache. In den vergangenen Jahren ist vor allem die „Conjuring“-Reihe im Bereich des Okkult-Horrors erfolgreich. Mit Spin-offs wie „Annabelle“ und „The Nun“ hat sie ihr eigenes kleines Horroruniversum aufgebaut. So wartet nach der von einem Dämon besessenen Puppe und der bösen Nonne auch der Crooked Man aus „Conjuring 2“ noch auf seinen Ableger im Dämonen-Franchise.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Wer bereit ist, sich aufs Übernatürliche einzulassen, hat hier Gänsehautgarantie. Wem paranormale Phänomene zu abgedreht sind, wird den okkulten Spuk spätestens im Finale eher unfreiwillig komisch finden.

Welches Märchen könnte passen? 

Für einen wohligen Schauer sorgt das Märchen Brüderchen und Schwesterchen. Hier wird die Protagonistin von ihrer neidischen Stiefmutter im Bad erstickt und kehrt drei Mal als Geist ans Bett ihres Kindes zurück mit dem ikonischen Sprich: “Was macht mein Kind, was macht mein Reh?” Aber auch Märchen wie Das Totenhemdchen, Das eigensinnige Kind, die wirklich gruselige Frau Trude oder Die Totenmesse haben riesiges Geistergruselpotenzial.

Mehr zum Spuk im Märchen könnt ihr übrigens in unserer Folge 79 mit dem Titel “Von kopflosen Reitern, Totenhemdchen und der Frau in Schwarz” hören. 

Home Invasion: Nicht mal zu Hause ist es sicher

Der Horror kommt an den Ort, an dem wir uns am sichersten fühlen: das eigene zu Hause. Die Kategorie „Home Invasion“ spielt mit unserer Angst, in unseren eigenen vier Wänden überfallen oder gefangen gehalten zu werden. Wie viel Blut dabei fließt, ist Nebensache. Die Vorstellung, dass fremde Menschen mit bösartigen Absichten in die persönliche Bleibe eindringen, ist ein Grusel-Garant. Gelungene Beispiele für dieses Horrofilm-Subgenre sind „Don’t Breathe“ (2016) und „Ghostland“ (2018). Die Filme sorgen nicht nur für permanente Anspannung. Auch die Wendungen haben es echt in sich.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Wer etwas zum Fingernägel abkauen sucht, sollte einschalten. Aber Achtung: Wenn du danach allein in deinem Bett liegst und Geräusche hörst, kann das schon mal den Puls in die Höhe treiben.

Welches Märchen könnte passen? 

Filme wie “Hänsel und Gretel Hexenjäger” oder “Gretel und Hänsel” haben bereits gezeigt, dass sich ganz verschiedene Aspekte aus diesem Märchenklassiker ziehen lassen. Warum das Ganze also nicht mal umdrehen und das Geschwisterpaar als Eindringlinge ins beschauliche Hexenhaus inszenieren?

Der böseste aller Eindringlinge im Märchen ist aber der Wolf. In Der Wolf und die sieben Geißlein täuscht er die unschuldigen kleinen Zicklein, verschafft sich Zugang zum Haus und zerrt sie eines nach dem anderen aus ihren Verstecken. Nur das Kleinste harrt angespannt im Uhrenkasten aus. Findet er es oder nicht? Das ließe sich mit viel Spannung inszenieren.

Hier spukt’s: Haunted-House-Horror

Dumpfe Schritte auf dem Dachboden, ein leises Kichern im Schrank oder wehende Vorhänge – Haunted-House-Filme strotzen nur so vor gängigen Gruselfilmklischees. Dafür bieten sie aber auch die effektivste Kulisse für Grusel aller Art: Spukhäuser. Auch wenn sie das Rad selten neu erfinden, sorgen die typischen und eigentlich schon zig Mal gesehenen Gruselelemente immer wieder für Gänsehaut. Echte Klassiker dieser Horrorfilm-Kategorie sind Stephen Kings „Shining“ (1980) oder „Poltergeist“ (1982). Die perfekte Gruselfilmatmo bietet auch „Die Frau in Schwarz“ (2012) mit Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliff. Und ein echter Gehimtipp ist „Das Waisenhaus“ aus dem Jahr 2007 – nicht zuletzt wegen seiner grausamen Auflösung.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Wer nach dem klassischen Gruselfilm sucht, ist hier richtig. Die Filme leben von ihrer Atmosphäre und kommen meist ohne allzu großen Ekelfaktor aus.

Welches Märchen könnte passen? 

Richtig spooky geht es in dem Schloss des Grafen in Ludwig Bechsteins Märchen Der schwarze Graf zu. Das unheimliche Schloss im dunklen Wald, der als verflucht gilt und in dem es spuken soll, bietet sowieso schon das perfekte Gruselfim-Setting. Und das Geheimnis, das im Schloss schlummert, erinnert an Alfred Hitchcock. 

Und auch Blaubart, zu finden bei Perrault wie Bechstein, wäre ein geeigneter Kandidat für diese Horrorfilmkategorie. Das Märchen bietet einen frauenmordenden Protagonisten mit unheimlichem Schloss und dunklem Geheimnis. Und wenn man die Frauenrolle etwas modernisiert, hätte sie durchaus Final-Girl-Potenzial, zumal auch die Beziehung zwischen ihr und Blaubart spannend und durchaus facettenreich gestaltet werden könnte.

Wie echt: Found Footage

„Ist das echt?“ Das haben sich nicht wenige gefragt, als 1999 „The Blair Witch Project“ den Found-Footage-Boom auslöste. Typisch für dieses Subgenre ist die Wackelkamera-Perspektive, aus der der Film erzählt wird. Die Aufnahmen wirken wie von den Darstellern und Darstellerinnen selbst gemacht, die amateurhafte Optik und die wackelige Kameraführung lassen den Film authentisch wirken – Found Footage bedeutet nichts anderes als „gefundenes Bildmaterial“. Der Zuschauer bzw. die Zuschauer*in erlebt den Film aus der gleichen Sicht wie die Akteur*innen. Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, werden Found-Footage-Filme oft mit unbekannten Schauspielern und Schauspielerinnen besetzt. Die wohl bekannteste Found-Footage-Reihe ist „Paranormal Activity.“

  • Wer sollte sich das reinziehen? Die Kameraperspektive ist gewöhnungsbedürftig. Wer damit kein Problem hat, kann den Horror mal aus einer anderen Perspektive erleben.

Welches Märchen könnte passen? 

Die Idee, einen Märchenfilm mit Wackelkamera auszustatten, wäre doch mal eine kreative Herangehensweise für eine Verfilmung. Spannend könnte hier das Märchen Das Meerhäschen sein. Darin bekommt der Protagonist nämlich die Aufgabe, sich vor der Prinzessin zu verstecken. Gelingt ihm das nicht und sie findet ihn mithilfe ihrer Zauberfenster, wird sein Kopf auf einen Pfahl gespießt und zu den Köpfen der anderen erfolglosen Bewerbern vors Schloss gestellt.

Angriff der Killerbienen: Tier- und Monsterhorror

Alligatoren, Riesenschlangen, Haie, selbst Bienen und Kakerlaken – sie alle haben schon Jagd auf Menschen gemacht. Die Monster können aber auch fiktiver Natur sein. Wie sich das kreativ umsetzen lässt, zeigen Filme wie „Das Relikt.“ Wie kaum ein anderer Monsterhorror hat der Film von 1997 verstanden, dass Monster in Horrorfilmen dann am besten funktionieren, wenn der Zuschauer die Bestie erst so spät wie möglich zu Gesicht bekommt. Für die meisten Albträume dürfte aber nach wie vor Stephen Kings „Es“ sorgen. Ob 1990 oder heute: Sowohl das Original als auch das Remake sind Schuld daran, dass Clowns uns so viel Angst machen.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Tierfreunde sollten gewarnt sein: Die Viecher sind alles andere als niedlich. Wer aber neben dem Nervenkitzel noch eine ordentliche Portion Action sucht, kommt voll auf seine Kosten.

Welches Märchen könnte passen?

Tiere spielen im Märchen eine wichtige Rolle. Dass sie sprechen können und oft wie selbstverständlich mit Menschen interagieren, ist ein typisches Merkmal der Textsorte Märchen. Mit dem Wolf hat das Märchen außerdem auch seinen ultimativen Tier-Bösewicht.

Unser Monsterhorror-Favorit ist daher Rotkäppchen, allerdings in der Fassung von Charles Perrault. Der hat das Märchen nämlich geschrieben, um junge Frauen vor bösen Männern zu warnen. Entsprechend lüstern tritt der Wolf in seiner Fassung auf: Er fordert Rotkäppchen sogar auf, nackt zu ihm ins Bett zu steigen.

The Walking Dead: Zombie-Movies

Die Auseinandersetzung mit dem Tod und Zerfall des menschlichen Körpers und die damit verbundene Angst, die Toten könnten wieder auferstehen, fand schon 1910 ihren Weg auf die Leinwand. Die Menschenfleisch fressenden Untoten haben dank des Erfolgs von „The Walking Dead“ inzwischen Kultstatus.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Zombiefilme geizen nicht mit Ekelszenen. Wer sich vor verwesten wandelnden Leichen nicht abschrecken lässt, findet hier eine unterhaltsame Mischung aus Horror und Action.

Welches Märchen könnte passen? 

Wilhelm Busch ist vor allem für die Lausbubenstreiche von “Max und Moritz” bekannt, hat mit Die schwarze Prinzessin aber auch eine echte Zombie-Prinzessin erschaffen. Die ist das Ergebnis eines Teufelspakts, den die Eltern eingehen, um endlich ein Kind zu bekommen. Keine gute Idee, denn eine Kannibalin ist sie auch.

Psychohorror: Ein Blick in menschliche Abgründe

Hier stehen psychologische Zustände sowie Kriminalität und Serienkiller im Fokus. Der Horror kommt über die psychologische Ebene und will den Zuschauer verstören und verblüffen. Meist wartet diese Kategorie mit unerwarteten Wendungen auf, wie etwa in „Sieben“ (1995) oder „Psycho“ (1960), dem Horrorklassiker schlechthin von Alfred Hitchcock.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Wer die psychischen Abgründe des Menschen ergründen will, sollte zum Psychohorror greifen. Er ist meist anspruchsvoller als andere Horrorfilmsubgenres und regt zum Nachdenken an.

Welches Märchen könnte passen? 

Märchen lassen sich immer auch auf einer psychologischen und tiefenpsychologischen Ebene lesen – perfekt für die Kategorie Psychohorror. Die psychologischen Dimensionen von den verlassenen Kindern im Wald, dem gemobbten Aschenputtel oder der vom eigenen Vater bedrängten Allerleirauh weiterzudenken, führt in bodenlose menschliche Abgründe.

Richtigen Psychohorror erlebt auch das bereits erwähnte Mädchen in dem Märchen Von dem Wacholderbaum. Die eigene Mutter gibt ihr die Schuld am Tod des geliebten Stiefbruders und lässt sie in dem Glauben, sie habe ihm den Kopf abgehauen. 

Es geht auch lustig: Horrorkomödien

Dass die Kombination aus Horror und Humor hervorragend funktioniert, zeigen die Horrorkomödien. Sie nehmen das Genre nicht allzu ernst und parodieren sich oft selbst. Ein wirklich unterhaltsames Beispiel ist hier „The Cabin in the Woods“ aus dem Jahr 2012. Es nimmt gekonnt sämtliche Genre-Klischees auf die Schippe und spart dabei nicht an Filmblut.

  • Wer sollte sich das reinziehen? Wer auf ein blutiges Setting nicht verzichten, sich aber lieber amüsieren statt fürchten will, macht hiermit alles richtig.

Welches Märchen könnte passen? 

Märchen können ebenfalls bis ins Absurde komisch sein. Das gilt insbesondere für die Unterkategorie der Schwankmärchen, zu denen beispielsweise Die kluge Else, Strohhalm, Kohle und Bohne oder Das kluge Gretel. Da Märchen in ihrem Handlungsverlauf generell nicht immer logisch ist, bietet sich hier für die meisten Märchen Potenzial.

Podcast-Tipp: Märchenpott

Mehr über Märchen, Spuk und Horror hört ihr in unserem Podcast Märchenpott. Und nicht nur das: Wir tauchen darin ein in die unbekannte Welt der Märchen. Das ist nicht immer nur furchteinflößend, sondern vor allem lustig und herrlich absurd, nostalgisch, überraschend und ziemlich abwechlsungsreich. Wenn ihr euch also für Märchen, Literatur und ihre Geschichte interessiert, dann hört gerne rein.

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